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Verehrte Mitbürger,
In
den letzten Tagen der Vorbereitung auf den Internationalen Tag der Armut
hatte ich mich gefragt, wie die Menschen wohl auf diese Veranstaltung
reagieren. Ob das Thema sie interessiert, ob sie überhaupt jemals etwas
von den Milleniums-Zielen gehört haben. Eine Umfrage unter meinen sonst
ziemlich gut informierten Bekannten führte dazu, dass niemand so recht
etwas mit dem Begriff Millenium Entwicklungsziele anfangen konnte.
Deshalb haben wir, die saarländischen Initiativen uns heute hier
versammelt, um am Tag der Internationalen Armutsbekämpfung in
Zusammenarbeit mit dem VENRO (Verband Entwicklungspolitik der Deutschen
NROs) und der weltweiten Kampagne „Global call to Action against Poverty“
auf die Einhaltung der Millenium Entwicklungs Ziele aufmerksam und Mut
zur Verwirklichung zu machen. Die Chance ist günstig, da Deutschland im
nächsten Jahr nicht nur den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft inne
haben wird, sondern auch der G8-Gipfel im nächsten Jahr in Deutschlang
stattfinden wird. DIE Chance, um von deutscher Seite innerhalb der
internationalen Staatengemeinschaft für eine schnellere Umsetzung der
Milleniumsziele zu werben.
Was
sind die Milleniums Entwicklungsziele?
1. den
Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet,
halbieren
2. allen
Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
3. die
Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen
stärken
4. die
Kindersterblichkeit verringern
5. die
Gesundheit der Mütter verbessern
6. HIV/AIDS,
Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
7. den
Schutz der Umwelt verbessern
8. eine
weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
Es
gibt Fortschritte, ja, das Bundesministerium für Zusammenarbeit spricht
optimistisch davon, dass bei Punkt 1 ein Erreichen der Ziele möglich
wäre. In vielen Bereichen stagniert jedoch die Entwicklung, oder die
Entwicklungen sind sogar rückläufig. Nach dem Bericht über die
menschliche Entwicklung 2005 der UN sind die Fortschritte bei der
Verwirklichung der Milleniums-Entwicklungs-Ziele wortwörtlich
deprimierend.
Ein
besonderer Focus gilt dem afrikanischen Kontinent. Kritiker sagen, dass
bei Beibehaltung des gegenwärtigen Entwicklungstempos der afrikanische
Kontinent das Ziel der Armutshalbierung nicht im Jahr 2015, sondern erst
im Jahr 2147 erreichen wird..
Wenn die Weltgemeinschaft sich nicht verstärkt für ihre Mitmenschen
interessiert, wird es auch noch im Jahr 2015 so sein, dass die momentan
erschreckenden Statistiken sich nur unwesentlich verbessert haben
werden.
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Täglich sterben allein an den Folgen
von Hunger und Unterernährung 24.000 Menschen weltweit.
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Mehr als 860 Millionen Menschen können
nicht lesen und schreiben.
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In den ärmsten Ländern ist eine
Schwangerschaft lebensgefährlich: Eine von 48 Frauen stirbt bei der
Entbindung.
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Mehr als eine Milliarde Menschen haben
keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
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Jährlich sterben elf Millionen Kinder
an vermeidbaren Krankheiten.
Ein
Umsteuern beispielsweise im Bereich Bildung ist notwendig. Was in
Deutschland dieser Tage über die Armut in Deutschland diskutiert wird,
gilt auch weltweit.
Die
Einschulungsraten sind beispielsweise:
Karibik 97 %
Ostasiatischer Raum: 100 %
Afrika südlich Sahara: 62
Quelle: BMZ
Gegen Armut hilft Bildung.
Leider verkennen viele arme Staaten, dass die Investition in die eigene
gebildete Bevölkerung mithelfen kann das gesamte Land voranzubringen.
Menschen, die nicht mal Lesen und Schreiben können, sind nur bedingt
vorbereitet neues Wissen aufzunehmen, welches über die Grenzen des
Dorfes hinausgeht, da weder eine Zeitung gelesen werden kann mit den
neuesten Entwicklungen in der Landwirtschaft, noch kann in der Zeitung
nachgelesen werden, welche gute oder schlechte Maßnahme die Regierung
des Landes durchführt.
Zahlreiche Beispiele der Vergangenheit zeigen, dass eine höher gebildete
Bevölkerung durch die Schulbildung von der Grundschule bis zum
Vorhandensein von gut ausgestatteten Universitäten dem Land einen
Wachstumsschub zu geben vermögen. Manchmal scheitert dies jedoch daran,
dass der Staat in nicht entwickelten Ländern manchmal kein ehrliches
Interesse an der Bildung seiner Bevölkerung hat, denn gebildete Bürger
sind auch anspruchsvollere Bürger, da diese ihre Recht nachlesen und
auch einfordern können, indem sie sich organisieren. Ein Mensch, der
weder Lesen noch Schreiben kann könnte ja nicht mal ein Flugblatt mit
Forderungs-Texten füllen, geschweige denn, dass die Benachteiligten, die
es betrifft diese Forderungen lesen und verstehen könnten.
Wir
fordern daher eine Umsetzung des Milleniums-Ziels Bildung und zumindest
die Umsetzung des Milleniums-Ziels der hunderprozentigen Möglichkeit
Teilnahme von Kindern an Primärschulbildung weltweit.
Ich
möchte nun das Wort weitergeben an meine geschätzten Kollegen von den
beteiligten saarländischen Initiativen und bedanke mich für ihre
Aufmerksamkeit!
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